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Hilfe! Mein Hund hat einen epileptischen Anfall!

Was ist Epilepsie?

Hirnzellen kommunizieren miteinander, indem sie elektrische Signale über Verbindungen/Nervenfortsätze weiterleiten. Zu starke elektrische Signale werden abgeschwächt und in die richtige Richtung geleitet. Bei Epilepsie liegt eine abnormale elektrische Aktivität im Gehirn eines Hundes vor: Die elektrischen Signale werden nicht abgeschwächt oder es werden in kurzer Zeit zu viele Signale gesendet… Dadurch erleidet ein Hund einen epileptischen Anfall, bei dem das Tier keine Kontrolle mehr über seinen Körper hat.
Epilepsie kann erblich sein, die Erkrankung kann jedoch auch durch eine strukturelle „Fehlfunktion“ im Gehirn oder durch unbekannte Ursachen verursacht werden.

Epileptische Anfälle können in verschiedene Arten unterteilt werden:

  1. Ein generalisierter Anfall, bei dem der gesamte Körper betroffen ist.
  2. Ein lokalisierter Anfall, bei dem nur ein Teil des Gehirns betroffen ist.
  3. Ein Clustering, bei dem mehrere Anfälle kurz hintereinander auftreten. Auch wenn ein Hund mehr als einen Anfall pro Tag hat, spricht man von Clustering.
  4. Ein psychomotorischer Anfall ist ein epileptischer Anfall, bei dem sich ein Hund anders verhält als gewöhnlich. So kann das Tier lauter sein als normal, zum Beispiel viel jaulen. Aber das Tier kann auch seinen eigenen Schwanz oder imaginäre Insekten anknabbern.
  5. Ein Status epilepticus ist ein Anfall, der länger als 10 Minuten dauert. Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Tierarzt auf, wenn dies passiert!

Wie sieht Epilepsie bei Hunden aus?

Während eines epileptischen Anfalls hat ein Hund keine Kontrolle über seinen Körper. Das Tier leidet meist unter Muskelkrämpfen/-kontraktionen; dadurch verlieren die Tiere oft auch ihren Stuhlgang. Außerdem kann ein Hund während eines Anfalls schäumen. In den meisten Fällen sind Hunde (teilweise) bewusstlos.

Wenn ein Hund einen epileptischen Anfall hat, verläuft dieser in drei Phasen:

    1. Die Einleitungsphase, auch Pre-Ictus oder Aura genannt: Diese Phase kann einige Minuten oder sogar Stunden dauern. Während der Einleitung ist ein Hund sehr unruhig oder gerade sehr ruhig, anhänglich und/oder ängstlich.
    2. Der Anfall, auch Ictus genannt: Während dieser Phase verliert das Tier meist sein Bewusstsein und fällt um. Anschließend treten die unkontrollierten Muskelkontraktionen auf. Während eines epileptischen Anfalls kann ein Hund auch Atembeschwerden haben. Ein epileptischer Anfall dauert oft einige Minuten, wenn ein Anfall jedoch länger als 10 Minuten dauert, ist es wichtig, dass Sie den Tierarzt kontaktieren!
    3. Die Phase nach dem Anfall, auch Post-Ictus genannt: Nach dem Anfall wird ein Hund wieder bei Bewusstsein. Die Muskelkontraktionen hören auf und die Atmung normalisiert sich wieder. Ein Hund ist nach einem Anfall meist verwirrt, gehen Sie daher immer ruhig und vorsichtig mit Ihrem Hund nach einem Anfall um.

      Während eines epileptischen Anfalls hat ein Hund keine Kontrolle über seinen Körper. Das Tier leidet meist unter Muskelkrämpfen/-kontraktionen; dadurch verlieren die Tiere oft auch ihren Stuhlgang. Außerdem kann ein Hund während eines Anfalls schäumen. In den meisten Fällen sind Hunde (teilweise) bewusstlos.

Was sind die Ursachen?

Ein epileptischer Anfall kann verschiedene Ursachen haben. Es kann sich um primäre oder sekundäre Epilepsie handeln. Primäre Epilepsie ist erblich und tritt bei bestimmten Hunderassen häufig auf; diese Form der Epilepsie sieht man oft bei Tieren, die älter als 1 Jahr sind. Bei dieser Form der Epilepsie haben die Anfälle keine erkennbare Ursache. Bei sekundärer Epilepsie ist der Anfall eine Folge eines anderen Gesundheitsproblems, hier kann man an ein Trauma (Unfall), einen Tumor, Infektionen, angeborene Fehlbildungen, schwere Leber- oder Nierenerkrankungen oder eine Vergiftung denken.

Die Behandlung von Epilepsie

Wenn ein zugrundeliegendes Problem vorliegt, das die epileptischen Anfälle verursacht, wird dieses Problem behandelt. Das ist jedoch nicht immer möglich, in diesen Fällen erhält der Hund Medikamente.
Es ist wichtig zu wissen, wie oft ein Hund epileptische Anfälle hat. Meist bekommt ein Tier erst dann Medikamente gegen die Erkrankung, wenn mehr als einmal im Monat ein epileptischer Anfall auftritt.
Die Behandlung der Epilepsie besteht aus den Medikamenten Phenobarbital oder Pexion. Auch Bromid ist ein häufig verwendetes Medikament gegen Epilepsie.

Bei einer guten Behandlung der Erkrankung wird der Zeitraum zwischen den Anfällen länger, die Schwere der Anfälle nimmt ab und die Dauer des Anfalls verkürzt sich.

Hunderassen, die anfällig für Epilepsie sind

Jede Hunderasse kann Epilepsie bekommen. Es gibt jedoch bestimmte Rassen, die anfälliger für die Erkrankung sind. Dabei handelt es sich um folgende Rassen: Pudel, Schnauzer, Basset Hounds, Collies sowie Cocker- oder Springer-Spaniels.

Wichtige Hinweise

Es ist nicht möglich, einen epileptischen Anfall bei Ihrem Hund zu stoppen. Bedenken Sie, dass Ihr Hund keine Kontrolle über seinen Körper hat, seien Sie also vorsichtig.
Wichtige Hinweise während eines Anfalls sind:

  • Bleiben Sie ruhig, so schwer es auch fällt. Beobachten Sie Ihren Hund genau und warten Sie ab, bis der Anfall vorbei ist.
  • Versuchen Sie, die Dauer des Anfalls zu notieren.
  • Schaffen Sie Platz für Ihren Hund, wenn Möbel oder andere Gegenstände in der Nähe sind. So können Sie verhindern, dass sich Ihr Hund an Möbeln oder anderen Gegenständen verletzt.
  • Versuchen Sie nicht, Ihren Hund während eines Anfalls festzuhalten.
  • Dauert der Anfall länger als 10 Minuten? Nehmen Sie dann Kontakt mit Ihrem Tierarzt auf!

Wenn Ihr Hund zum ersten Mal einen epileptischen Anfall hat, sollten Sie nach dem Anfall am besten den Tierarzt kontaktieren. So können Sie einen Termin vereinbaren, um Ihren treuen Vierbeiner untersuchen zu lassen. Auf diese Weise ist es möglich, sekundäre Epilepsie auszuschließen oder festzustellen.